01.06.15

Das Musen-Barometer


Vor etwa zwei Wochen hatte ich noch Urlaub. Wundervoll. Ich hatte so viele Pläne, was ich alles fertig kriegen wollte und natürlich stand ganz oben auf der Liste: Mal wieder richtig schön schreiben. Den ganzen Tag. Morgens aus dem Bett fallen, an den Laptop und los …

Denkste.



Statt zu Schreiben habe ich mein Wohnzimmer umgeräumt und ein Achtel Wand neu gestrichen. Ich habe einer Serie, die ich vor einem Jahr nicht weiter geguckt habe, noch einmal eine zweite Chance gegeben, ich habe sogar Hetero-Romanzen gelesen und keine Ahnung was noch alles – ach ja, die Idee zu diesem Artikel hatte ich auch.

So und seit letzter Woche arbeite ich wieder 40+ Stunden die Woche. Agentur-Alltag. Sofort steigt das Stresslevel in schwindelerregende Höhen. Über 900 Mails im Postfach. Die Kunden haben mich so vermisst und wollen gleich alle auf einmal etwas von mir. Schön. Nicht.

Und was ist? Die Muse klopft an und ist plötzlich sehr mitteilsam. Ist ja nett, dass da gleich drei Plot-Bunnys um mich herumhüpfen! Nur habe ich leider kaum Zeit.

So ist das jedes Mal, je mehr Stress ich habe, desto produktiver wird meine Muse und das Schreiben fällt mir ganz leicht. Nur dass der Tag dann immer zu kurz ist.

Am schlimmsten ist es, wenn ich kaum noch Zeit zum Schreiben habe, da dreht die Muse dann völlig durch und bewirft mich mit kreativen Szenen und lustigen Dialogen. Knoten platzen, Konflikte werden gelöst, Charakter entwickeln sich zu Helden. Sehr frustrierend, weil ich dann wahrscheinlich gerade auf dem Fahrrad zur Arbeit sitze und die Ideen weg sind, wenn ich am Ende des Tages müde heimfahre.

Doch je mehr Freizeit ich habe, desto mehr komme ich in diesen Gammel-Modus, wo die Muse wieder zum inneren Schweinehund mutiert. Da ist dann alles andere interessanter.

Geht es eigentlich nur mir so?

Kommentare:

  1. So ähnlich geht es mir auch. Obwohl ich ja grundsätzlich genügend Zeit zum Schreiben habe, ist die Muse immer dann am gesprächigsten, wenn ich imm Stress bin. Gut zu wissen, dass es einem nicht allein so geht *lach* Ein wunderbar freier Tag und nichts passiert, tausend Termine und die Muse quatscht dir die Ohren voll....
    lg
    Karo

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  2. *lol* Nein, ich glaube, das Problem ist vor allem bei Kreativen sehr weit verbreitet - ich kenne das auch zu gut :) Liegt wohl daran, dass der Mensch von Natur aus eher faul ist und sich vor Arbeit drücken will (und Schreiben ist ziemlich anstrengend für das Gehirn ... da findet es Aufräumen/Umräumen, Wände streichen und solche Sachen wesentlich angenehmer :D).

    Warum dann allerdings die Ideen nur so sprudeln, wenn man gar keine Zeit hat ... *puh* Das wäre auch mal interessant zu erforschen :D

    lg
    - SnowWhite

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  3. Hey Lelis,

    Das scheint so eine Musenkrankheit zu sein. Ich kriege seit Jahren nicht die Stories fertig, die schon lange da sind *seufz* Dafür wächst die Liste der Plotbunnies. Ich habe mittlerweile 5 verdammt interessante weggesperrt und hoffe, ich bekomme endlich mal die Hauptstory, an der ich sitze, fertig

    cheers
    B-chan

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  4. Das geht mir mit meinen Musen auch so.
    Jetzt wollen sie auch noch mehr Gehalt, geht ja gar nicht. ;)

    Herzliche Grüße

    Andrea

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